Wirtschaftliche Prognosen können manchmal von den subtilen Hinweisen eines Gouverneurs der Bank of England abhängen, wie z. B. der Tonfall seiner Stimme. Daher bemerkten Beobachter Andrew Baileys Wahl einer weihnachtlichen Krawatte mit Bäumen, als er die jüngste Zinsanpassung ankündigte.
Obwohl vielleicht unbedeutend, vermuten einige Analysten, dass der Zeitpunkt und die Kommunikation rund um die Senkung dazu dienen könnten, ein derzeit „verhaltenes“ Wirtschaftsklima zu beleben.
Die Entscheidung war hart umkämpft, wobei Gouverneur Bailey als ausschlaggebende Stimme fungierte und erklärte, dass Großbritannien den „Höhepunkt der Inflation überschritten“ habe und das 2%-Ziel nun voraussichtlich bis April und nicht erst Anfang 2027 erreicht werden würde.
Herr Bailey betonte, dass die künftige politische Ausrichtung wahrscheinlich weitere Zinssenkungen beinhalten werde, wobei die Entscheidungen jedoch zunehmend nuancierter würden.
„Wir werden das Ziel früher als erwartet erreichen, was ermutigend ist. Dieser positive Ausblick lieferte eine solide Begründung für die heutige Anpassung“, sagte er.
„Mit Blick auf die Zukunft erwarte ich einen anhaltenden, wenn auch allmählichen Abwärtstrend… obwohl die Entscheidungen immer feiner abgewogen werden müssen.“
Der geldpolitische Ausschuss hat Gespräche über ein potenzielles „normales“ Zinsniveau geführt, wobei einige Mitglieder eine Zahl von nur 3 % vorgeschlagen haben. Marktinterpretationen der Beratungen des Ausschusses deuten auf potenziell zwei weitere Zinssenkungen im kommenden Jahr hin.
Es bestehen jedoch weiterhin erhebliche Unsicherheiten in Bezug auf eine von dem Ausschuss als „glanzlos“ bezeichnete Wirtschaft, von der nicht erwartet wird, dass sie im laufenden Quartal wächst.
Während die unmittelbare Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Haushalt nachgelassen hat, haben Unternehmen der Bank berichtet, dass eine entsprechende Erholung noch aussteht. Oppositionsführer haben angedeutet, dass die Kürzungen darauf hindeuten, dass sich die Wirtschaft am „lebenserhaltenden System“ befindet und Zinssenkungen einer „CPR“ ähneln.
Gouverneur Bailey stellte fest, dass die Haushaltsmaßnahmen zur Eindämmung der Inflation zu der Entscheidung der Bank beigetragen haben, die Zinsen zu senken.
„Sie ist teilweise verantwortlich für mein gestiegenes Vertrauen, dass die Inflation schneller sinken wird“, erklärte er.
Der Gouverneur hat auch eine ungewöhnlich hohe Sparquote als einen Faktor identifiziert, der das Wirtschaftswachstum behindert, was auf mangelndes Vertrauen der Verbraucher, insbesondere der älteren Sparer, zurückzuführen ist. Zinssenkungen reduzieren im Prinzip den Anreiz zum Sparen und fördern die Ausgaben.
Er stellte klar, dass er nicht beabsichtige, die individuellen Spargewohnheiten zu „verurteilen“, bekräftigte aber, dass „wie zuversichtlich und vorsichtig“ sich Einzelpersonen in Bezug auf die globale und lokale Wirtschaft fühlen, das Sparverhalten beeinflusst.
Eine größere wirtschaftspolitische Stabilität, eine geringere Inflation und niedrigere Zinsen sollten zusammen zu einer neuen wirtschaftlichen Dynamik im neuen Jahr beitragen, die unbestreitbar erforderlich ist.
Um eine deutliche Wende zu erreichen, bedarf es jedoch möglicherweise einer stärkeren Vertrauensspritze und eines breiteren wirtschaftlichen Optimismus.
Die Entscheidung, die Kreditkosten zu senken, war nach einer Verlangsamung der Inflation im November weitgehend erwartet worden.
Der Zinssatz der Bank of England beeinflusst direkt die Hypotheken-, Kredit- und Sparzinsen für Millionen von Menschen.
Die stellvertretende Gouverneurin der Bank of England, Clare Lombardelli, wies darauf hin, dass Maßnahmen zur Senkung der Energiepreise und zur Stabilisierung der Bahntarife zur Senkung der Inflation beitragen würden.
Die Zentralbank hat davor gewarnt, dass die Bewertungen der US-Aktienkurse derzeit auf dem höchsten Stand seit der Dotcom-Blase sind.
Kunden können mit einer deutlichen Erhöhung des Geldbetrags rechnen, der im Falle eines Bankausfalls geschützt ist.
